Von der Absage zur Kundgebung: Warum wir trotz Angst unsere Stimme erhoben haben
Am 25. Juli 2026 fand auf dem Marktplatz in Kehl unsere Kundgebung „Afghanische Frauen zählen – Für Frauenrechte. Gegen die Normalisierung der Taliban.“ statt.
Bereits für den 11. Juli 2026 war eine Kundgebung geplant. Diese mussten wir jedoch 48 Stunden vor Beginn absagen, nachdem sich ein Großteil der afghanischen Mitwirkenden aus persönlichen Gründen kurzfristig zurückgezogen hatte. Für unser Team war das eine große Enttäuschung. Dennoch war für uns klar: Aufgeben ist keine Lösung. Deshalb organisierten wir die Veranstaltung erneut und konnten sie schließlich erfolgreich durchführen.
Einer der Organisatoren, Mohammad Akbar Mahmoody, sprach über die dramatische Situation der Frauen und Mädchen in Afghanistan. Er machte deutlich, welche Folgen die systematische Unterdrückung von Frauen für die Zukunft des Landes hat und kritisierte die aus seiner Sicht bestehende Doppelmoral im Umgang mit dem Taliban-Regime.
Sadaf Ehsami, die Organisatorin, sprach über die Gründe, weshalb die erste Kundgebung abgesagt werden musste. Sie betonte, dass Angst zwar viele Menschen zum Schweigen bringe, dies aber kein Grund sei, aufzugeben. Gerade deshalb sei es wichtig gewesen, die Kundgebung erneut zu organisieren und die Stimmen der Frauen Afghanistans hörbar zu machen.
Auch Sunam Kohistani, Mitglied des Afghanen-Stammtischs Kehl, machte deutlich, dass die Taliban aus ihrer Sicht keine geeigneten Gesprächspartner seien. Sie betonte, dass Unterdrückung keine Kultur, sondern eine Verletzung der Menschenrechte sei.
Mit großer Solidarität unterstützten uns außerdem Erich Jais, Rolf Berger und Margarita Koshyl von der Flüchtlingshilfe Kehl e. V. und Nilab Ehsami unsere Moderatorin, Raihana Ghafuri, Zainab Kohistani und Yalda Sultan von unser Stammtisch. Für dieses Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken wir uns von Herzen.
Leider musste auch unser musikalischer Programmpunkt kurzfristig geändert werden. Die geplante Sängerin sagte ihren Auftritt etwa zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltung ab. Deshalb passten wir das Programm spontan an und spielten stattdessen Musik mit Playback.
Ein besonderer Dank gilt allen Rednerinnen und Rednern, unseren Helferinnen und Helfern, den Ordnerinnen und Ordnern, der Flüchtlingshilfe Kehl e. V., der Stadt Kehl, der Polizei sowie allen Besucherinnen und Besuchern, die mit ihrer Teilnahme ein Zeichen für Frauenrechte und Menschenrechte gesetzt haben.
Wir bedanken uns außerdem bei der Kehler Zeitung für ihre Berichterstattung über unsere Kundgebung. Die in diesem Beitrag manche verwendeten Fotos stammen aus der Berichterstattung der Kehler Zeitung.
Diese Kundgebung war für uns nicht das Ende, sondern ein weiterer Schritt. Wir werden uns auch in Zukunft friedlich und mit Respekt für die Rechte der Frauen in Afghanistan einsetzen.
Für Frauenrechte. Gegen die Normalisierung der Taliban.